Ein ANZAC-Day-Ausflug zu einem Baum im Mt.Field Nationalpark

25.April 2019

Der Tarn Shelf Walk bei Mount Field

GroßePfützeMitAussicht MtField

Ihr dachtet, mit dem Ausflug in den Freycinet Nationalpark würde die Woche der Ausflüge zuende gehen? Falsch gedacht! Nur einen Tag später stand nämlich schon der nächste Ausflug an. Lily, eine Studentin die ich an der UTAS kennenlernte, sagte mir, dass sie und ein paar ihrer Freunde beabsichtigten einen Ausflug zum Mt.Field-Nationalpark zu machen und fragte mich, ob ich gerne mitkommen würde. Zwar waren wir ja schon einmal dort gewesen, doch wussten wir, dass der Nationalpark dort so groß ist, dass es einige Tracks gibt, die wir noch nicht gegangen sind bei unserem ersten Besuch – also waren wir natürlich dabei! Der Ausflug sollte am ANZAC-Day stattfinden; dies ist ein nationaler Gedenktag in Australien, bei dem allen Veteranen gedacht wird, besonders jenen die im ersten Weltkrieg gekämpft haben. Teil der Tradition an diesem Tag ist es, morgens zum Sonnenaufgang bei einem Kriegsdenkmal zu sein und danach an einer Art Parade teilzunehmen – was die meisten Australier auch tun. Da wir allerdings schon früh aufbrechen wollten, um den Touristenbussen zuvor zu kommen und weil es ein anstrengender Tag werden würde, nahmen Lily und ihre Freunde Varu und Kate diesmal nicht teil.

 

Gruppenfoto MtField

Die Gruppe (v.l.): Lily, Varu, Larissa, Kate und Ich - wie man sieht war es windig

Stattdessen kamen wir bereits zu früher Stunde beim Mt.Field Visitor Centre an, wo uns gesagt wurde, dass für den Nachmittag Regen und Sturm vorhergesagt sind, weshalb wir am besten den sogenannten Tarn Shelf Walk gegen den Uhrzeigersinn wandern sollten. Da wir nicht besonders scharf darauf waren nass zu werden, sind wir dieser Empfehlung nachgekommen, sobald wir wieder beim Lake Seal losgingen.

WasserSteineBergpflanzen2 MtField

Pflanzen, Steine, Wasser - typische Aussicht bei Mt.Field

Die erste Hälfte des Weges führte wieder durch einen Wald, in dem es ganz viel Farngewächs gab. Da es die Tage zuvor geregnet hatte, war der Grund teils sehr schlammig. An einer Stelle mitten im Wald machten wir halt, als einer der dreien ein Jumping-Jack-Nest entdeckte. Jumping Jacks, für die nicht Biologen hier, sind eine sehr giftige Ameisen Art und tatsächlich das tödlichste Tier auf Tasmanien (tödlicher als die drei giftigen Schlangenarten, welche ich im vorletzten Beitrag erwähnte)! Jumping Jacks sind meistens allerdings nur tödlich für jene 3% der Menschen, die gegen sie allergisch sind und selbst dann liegt die Todesrate bei „nur“ 50%. Dennoch sterben jedes Jahr rund 50 Menschen alleine auf Tasmanien auf Grund eines Jumping Jack Stiches, weshalb wir nicht allzu lange dort standen und das Nest bestaunten.

Fluss MtField

Nach dieser Nahtoderfahrung erreichten wir irgendwann einen See mit einer coolen alten Bergmannshütte, wo wir einen kurzen Halt machten, um etwas zu essen. Danach ging es weiter und zwar immer steiler den Berg hinauf, solange bis wir den Wald endgültig hinter uns ließen und die typischen Gesteine und Bergpflanzen auftauchten. Eine dieser Pflanzen, ein Baum in Größe eines Gebüsches, war der eigentliche Grund, weshalb Lily und ihre Freunde überhaupt zu Mt.Field wollten. Die drei sind nämlich Biologiestudentinnen und waren daher insbesondere an diesem Baum interessiert. Dieser ist nämlich die einzige einheimische Pflanzenart Tasmaniens (ergo die nicht aus Europa oder sonst wo irgendwann importiert wurde), welche im Herbst die Farbe ihrer Blätter ändert. Was für uns Europäer ganz normal ist, ist hier und vor allem für Biologiestudierende etwas ganz Besonderes. Nicht verwunderlich deshalb, dass die drei ganz aufgeregt waren, als sie nach Stunden des Wanderns diesen besonderen Baum tatsächlich entdeckten.

BesondererBaum MtField

Ladies and Gentlemen, darf Ich präsentieren:  die Sensation Tasmaniens in seiner vollen herbstlichen Pracht! Der Baum den wir diesen Ausflug zu verdanken haben!

Hier oben auf dem Berg gab es außerdem noch jede Menge Seen und Pfützen und an vielen Stellen eine grandiose Aussicht auf Lake Seal und die gesamte Umgebung. Auch war es, wie gefühlt immer auf Mt.Field, extrem windig, so dass man sich manchmal gegen den Wind stemmen musste.

PfützenMitAussicht MtField

Gaaanz viele Pfützen... und die Aussicht ist auch nett

Nachdem wir ein Großteil des Weges hinter uns gelassen hatten, erreichten wir eine weitere Hütte, diesmal bei einem alten Skilift, der schon lange außer Betrieb zu sein schien. So schwer es mir bei den ganzen großen Gesteinen fällt zu glauben, kann man im Winter wohl tatsächlich hier Ski- oder Snowboard fahren – sofern es genug schneit. Tasmanien ist (verständlicher Weise) einer der wenigen Skiorte Australiens – neben Mt.Field gibt es noch mehrere Berge (am beliebtesten der Ben Lomond) wo man im Winter Ski fahren kann. Ein Stück weiter des Weges erreichen wir auch wieder die zwei großen Häuser eines Skiclubs, welche wir auch schon bei unserem ersten Besuch gesehen hatten.

Skilift MtField

Ein Teil des alten Skilifts

Von hier an ging es wieder bergab in Richtung des Sees und Car Parks und von dort wieder zurück nach Hobart, wo wir zunächst bei Varu noch etwas Tee tranken, um uns aufzuwärmen, bevor es zurück zum Hostel ging. Damit ist nun auch eine der unternehmungsreichsten Wochen meines Lebens rum - mit 3 Ausflügen und 4 Ausflugszielen in 6 Tagen! Aber kann man jemals genug vom Reisen haben? Ich denke nicht! Dennoch war ich ganz froh erstmal etwas Pause zu haben und nicht schon wieder direkt am nächsten Tag irgendwohin aufzubrechen. Der letzte Ausflug war dies aber noch lange nicht!

Weiter Bilder:

IchMitBlickAufLakeSeal RS

LakeLakeLake MtField

See MtField2

FlussUndPflanzen MtField

StegToStone MtField

Wenn der Weg ganz nach Xavier Naidoo auf einmal steinig und schwer wird

LakeSeal MtField

Lake Seal - so schön wie noch beim ersten Mal

SeeBeiMtField

WasserSteineBergpflanzen MtField

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